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German’s arrest warrant for Tehran’s Secret Service Minister

          
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          - Samstag/Sonntag, 16.117. März 1996
          Im Zusammenhang mit Berlinerjviykonos“tMnsch lag
          Deutsche 1 ‘ ‘ ftftbefehl gegen Teherans Geheimdienst-Minister
          äHihian SO: »interAttentat auf iranische Oppositionelle stecken 1 Bonn betürchtetVerschlechterung des Verhältnisses zu Iran :
          ub. Bonn (Eigener Bericht) - Der Ermitt-
          .ungsrichter am Bundesgerichtshof hat
          Haftbefehl gegen den iranischen Geheim-
          dienstminister A h Fallahian erlasse4
          Dieser wird beschuldigt, Drahtzieher de&
          „MykonoC-Anschlags gewesen zu sein,
          bei dem 1992 in Berlin vier kurdisch-
          iranische Oppositionelle ermordet wur-
          den. Schon vor der Bestätigung des Haft-
          befehlsrn . Freitag nachmittag durch die
          Bundesanwaitschaft würde in Bonn die
          Frage gestellt, ob die Bundesregierüng
          jetzt noch an ihrem „kritischen Dialog“
          mit Teheran festhalten könne. Aufgewor-
          fen wurde auch die Frage der Sicherheit
          deutscher Staatsbürger in Iran, falls das
          Verhältnis Bonns zu Teheran sich ver-
          schlechtern sollte.
          Im Kanzleramt und im Auswärtigen
          Amt wurde auf die politische Brisanz des
          Haftbefehls verwiesen. Das Justizmini-
          sterium erklärte, es sei kein Einfluß auf
          den Generalbundesanwalt genommen
          worden. Nicht dementiert wurde aber die
          Vermutung, daß die Bundesregierung inr
          direkt daraufis‘“ngewiesen bat, daß eix
          Haftbefehl gegen den iranischen Geheim-
          dienstchef politisch schwer kalkulierbare
          Folgen haben könnte. Fallahian war 1
          mehrfach in offizieller Mission in Bonn!
          gewesen, zuletzt im Herbst 1993. Die im-
          mer wieder geäußerte Annahme, daß der
          Bundesnachricht,endjenst (BND) und der
          iranische Geheimdienst zumindest auf
          bestimmten Feldern wie der Drogenfahn-
          dung zusammenarbeiten, wurde bisher
          nicht dementiert.
          Der Haftbefehl und seine politischen
          Folgen könnten die Bundesregierung
          dazu bewegen, den international äußerst
          ‘S rittenen „kritischen Dialog“itati iran
          aufzugeben und das Islamistenregime
          wegen seiner Verwicklung in den interna-
          tionalen Terrorismus und wegen der an-
          haltenden Menscheniechtsverletzungen
          politisch zu isolieren. Ein Wirtschafts-
          boykott, wie ihn die USA fordern, wird
          aber bisher nicht erwogen. So weibk j tll
          auch Großbritannien noch nicht gehen,
          daü innerhalb der Europäischen Union
          (Eh) für ein härteres Auftreten gegenüber
          Teheran eintritt.
          Der Haftbefehl läßt auch die arxsekiic.-
          digte Mission der EU-Troika, also der
          Außenminister Italiens, Spaniens und Ir-
          lands, in anderem Licht erscheinen. Die
          drei Außenminister wollen in der näch-
          sten Woche bei einem Besuch in Teheran
          die klare Verurteilung des Terrorismus
          und der jüngsten Mordanschläge der Pa-
          lästinenserbewegung Hamäs ii i lsräöi for-
          dern. Von der iranischen Antwort will es
          die EU abhängig machen, ob der „kriti-
          sche Dialog t aufrechterbalten ivt .. Daß
          die unabhängige deutsche Justii den ira-
          nischen Geheimdiensiminister für einen
          Drahtzieher terroristischer Anschläge
          auch in Deutschland hält ürfte nicht
          ohne Auswirkung auf die Gespräche der
          EU-Troika in Teheran bleiben.
          Der Haftbefehl gegen Fallahian war
          von Generalbundesanwalt Kay Nehm be-
          antragt worden. Der Ermittlungsrichter
          beim Bundesgerichtshof erließ ihn wegen
          des Verdachts des vierfachen Mordes und
          Mordversuchs. Bei dem Anschlag auf das
          Berliner Restaurant ‘,‚blykonos “ waren
          1992 vier iranische Kurden ermordet wor-
          den, die der iranischen Ausland$oDposi-
          tion angehörten.
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          - Sflddeutsche Zeitung lt..
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