Aadel Collection
Iran’s alienation of the German justice system
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vermuten, von den bisher soliden deutsch-irani-
schen Beziehungen gehe ein schädlicher Einfluss
Bonns auf das iranische Regime aus. Der oberste
Richter Yazdi erklärte seinerseits, die Anklage-
schrift im Mykonos-Prozess sei unausgegoren
und ermangle der rechtlichen Grundlage. Er ver-
mute dahinter Einflüsse äusserer Mächte: Die
deutschen Behörden sollten den Feh ltritt der An-
klagevertreter durch eine öffentliche Entschuldi-
• gung wiedergutmachen.
«Ein Sakrileg gegeli den Islam»
Aussenminister Velayati sprach von einem
• «Sakrileg gegen den Isla m» und wies darauf hin,
• dass die beiden l-lauptzeugen im Berliner Prozess
mit ihren Anklagen gegen höchste iranische Stel-
len nicht glaubwürdig gewesen seien. Es ist in der
Tat die Frage, ob der nicht mit Namen genannte
«Zeuge C», welcher früher dem Geheimdienst an-
gehört haben will, im Fall Mykonos mehr als nur
Anhaltspunkte für einen Analogieschluss bieten
kann, wer genau 1992 die Mordaktion gegen den
Kurdenführer Sharafkandi befohlen hat. Und der
frühere Präsident Bani Sadr, welcher seit 1981 in
Paris lebt, sättigte zwar vom sicheren Exil aus das
• Gericht mit unzähligen deftigen Interna des
Mullahregimes, doch dürften seine Erinnerungen
an alte Zeiten und Nachrichten aus zweiter Hand
kaum als stichhaltige Beweise gelten. Das Wesen
einer Geheimpolizei ist es schliesslich, möglichst
im Versteckten und ohne Hinterlassung von Spu-
ren zu morden. Zudem trägt Bani Sadr als ehe-
maliger Oberkommandierender der iranischen
Streitkräfte persönlich die Verantwortung für die
blutige Unterdrückungskampagne gegen die irani-
schen Kurden nach der Revolution. Auch seine
dreijährige Allianz im Exil mit dem ruchlosen
Guerillaführer der Volksmujabedin, Rajavi, wirft
Fragen auf.
Die Bekämpfung des Staatsterrorismus ist ohne
Zweifel ein hehres Anliegen. Doch wie konnte
das Berliner Gericht jemals hoffen, seinen Haft-
befehl gegen den iranischen Geheimdienstrnini-
ster Fallahian mit soliden Beweisen gegen ihn zu
untermauern? Damit drängt sich für Iraner die
Frage von selbst auf, ob die gerichtlichen Schritte
gegen einen Teheraner Minister, gegen den
Staatspräsidenten und gegen den Revolutions.
führer dem politischen Motiv der Anschwärzung
entsprangen. Washington zum Beispiel drängt
Bonn ja seit Jahren dazu, seinen Dialog mit Tehe-
ran abzubrechen. Dieser stellt das wich‘ te Fen-
ster Irans zum Westen dar.
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